Mensch und Natur

Der Mensch hat eine Sonderstellung innerhalb der Natur – aus wissenschaftlicher wie aus religiöser Sicht.
 
Anthropozentrische und biozentrische Denkansätze müssen sich für Christen nicht widersprechen: Gerade weil die Erde mit allen Gewächsen und Tieren dem Menschen anvertraut wurde, hat er eine Verpflichtung ihr gegenüber. Niemand existiert nur für sich allein. Wir haben Verantwortung vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Generationen gegenüber. In all unserem Tun und Lassen sollen wir Gott verherrlichen – und das tun wir nicht, indem wir seine Schöpfung wie ein Gebrauchsgut behandeln. Wir sollen zwar die Erde untertan machen, sie „gehört“ uns aber nicht. Ebenso wie unser Körper gehört auch die Erde Gott. So wird auch im Neuen Testament das Beispiel vom Weinberg gebraucht, der einem Verwalter treuhänderisch überlassen wurde – wobei dieser Verwalter allerdings auch zur Rechenschaft über seine Verwaltung gezogen wird.
 
Ein christliches Prinzip ist das des Maßhaltens. Es begründet auch die Verpflichtung, nur das an Ressourcen zu nehmen, was wir zum Leben brauchen und nichts zu verschwenden. Auch ist das Fasten Teil des christlichen Lebens.
 
All dies begründet eine Verpflichtung, die Erde auch anderen Menschen, Lebewesen und Pflanzen gebrauchsfähig zu über- und hinterlassen.
 
Im Neuen Testament wird das Natürliche Sittengesetz erwähnt, nachdem Menschen, die nie von Gott gehört haben, Ihn und Seine Gebote allein aus der Betrachtung Seiner Schöpfung erkennen können. In Anlehnung daran bin ich der festen Überzeugung, dass es in jedem Menschen „hinterlegt“ ist, wie er oder sie mit der Natur, mit anderen Menschen, Tieren oder Pflanzen umzugehen hat. Instinktiv wissen wir das alle.
 
Wesentlich hierbei ist jedoch eine generelle Übereinkunft über das, was richtig, wahrhaftig und moralisch akzeptabel ist (im Gegensatz zum Moralischen Relativismus, bei dem jeder das selbst bestimmt). Leider ist unser Herz trügerisch und ein Festlegen und Festhalten an ethischen und philosophischen Normen in Übereinstimmung mit biblischen und kirchlich-traditionellen Grundsätzen ist deshalb unerlässlich.