Finanzierung von Kirchentagen

Wenn allein die Tatsache, dass Veranstaltungsorte davon profitieren, ausreicht, um die Teilfinanzierung von Kirchentagen durch den Steuerzahler zu rechtfertigen, würde das konsequent zu Ende gedacht zu absurden Ergebnissen führen. Man stelle sich mal vor, Stadt und Staat würden einen Großparteitag von Erdogan’s AKP in Deutschland finanzieren, weil dann doch viele Menschen kommen und die Veranstaltungsorte davon profitieren würden! Solche “Argumente” kann auch nur eine Frau Käßmann vorbringen (aktuell in einem Interview mit dem mdr).

Ehemalige Priester

Offenbar suchen eine ganze Reihe “ehemaliger” Priester eine neue Beschäftigung – als “Coach” (ein nicht geschützter Begriff – klingt gut und kann auch was heißen, muss es aber nicht), “systemischer Berater” (“systemisch” ist ja nach dem Abflauen der “Achtsamkeit” der neue Hype – wobei meist übersehen wird, dass die systemische Beratung bzw. Therapie zu recht auch kritisiert wird!), “Seelsorger” (trifft sich ja irgendwie gut – auch wenn die wenigsten eine fundierte Seelsorge-Ausbildung haben dürften), Paar-Therapeut (wenn man mal außer Acht lässt, dass die eigene Beziehung, wegen der sie meist ihr Priestertum aufgaben, nicht selten bald darauf in die Brüche geht und sie schwerlich in der Position sein dürften, über eine gelingende Ehe berichten zu können), Seminar-Leiter (kann ja irgendwie jeder machen), Hochzeits- oder Trauerredner (na ja…) oder als Schriftsteller (sind wir das nicht alle?). Wer sein eigenes Leben aber dermaßen brutal gegen die Wand gefahren hat, sollte vielleicht erst einmal eine Auszeit nehmen, bevor er als Berater tätig wird oder seine “Weisheit” anderweitig unters Volk bringt. Klingt hart, dürfte aber bei einigen den Nagel auf den Kopf treffen. Ach ja – bitte erspart uns doch die Selbstmitleids-Tour (nicht das Zölibat, noch die Kirche oder sonst wer sind an euren Entscheidungen schuld. Die Verantwortung hierfür habt ihr ganz alleine zu tragen!).