Menschlichkeit?

Momentan läuft eine Aktion eines Wohlfahrtsverbandes mit dem Titel „Wählt Menschlichkeit“.

Im folgenden Text bemüht man sich, zu betonen, man gebe damit keine Wahlempfehlung, was jedoch angesichts der angeführten Argumente doch etwas nüchterner gesehen werden muss.

Da heißt es etwa, Deutschland wäre doch soundso groß – wieviel Platz hätte denn dein Herz? Das ist nicht nur platt und grob vereinfachend, es geht auch an den Tatsachen vorbei. Die Flüchtlingsproblematik, auf die hier angespielt wird, löst man nicht, indem man einfach alle Tore aufmacht, weil man doch geografisch genügend Platz hätte. «Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!»[ meinte Peter Scholl-Latour einmal. Wer ein Herz für Flüchtlinge hat, hilft ihnen. ihre Probleme in den Heimatländern zu lösen (Hilfe zur Selbsthilfe – geschützt durch UN-Truppen). Ihnen zuzumuten, sich auf den Weg um den halben Globus zu machen, ist nicht im Sinne der Betroffenen und fördert außerdem illegale Strukturen.

Auch sollte man gerade als Wohlfahrtsverband sehr darauf achten, dass sich Eigeninteressen nicht mit den Interessen von Bedürftigen und Notleidenden vermischen. Das hinterlässt sonst einen sehr bitteren Nachgeschmack.