Wer kann sich München noch leisten?

Wer in München leben will, braucht vor allem eines: Geld. Vor allem der Wohnungsmarkt ist leer und abgegrast. Gleichzeitig soll die Bevölkerung weiter steigen.
 
Hochgejubelte Programme städtischer Wohnungsunternehmen hinken der tatsächlichen Entwicklung um Jahre hinterher. Laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik erwartet man bis zum Jahr 2035 für die Landeshauptstadt München einen Anstieg der Bevölkerung um 13,6 % auf dann über 1,6 Millionen Einwohner. Schon jetzt übersteigt der Wohnungsbedarf bei weitem das Angebot. Mittlerweile gibt es Aufnahmestopps in Altenheimen, da diese mangels zahlbaren Wohnraums kein Pflegepersonal mehr finden. Die Wohnungssituation entwickelt sich zum ernsten Standortnachteil für Firmen.
 
Der Versuch, über die „Mietpreisbremse“ die Mieten erschwinglich zu halten ging kläglich unter – wie so vieles, bei dem der Staat regulierend in Prozesse des freien Marktes eingreift. Anstatt daran zu arbeiten, das Angebot der Nachfrage anzugleichen und gleichzeitig auch ländliche Gegenden attraktiver zu machen, sitzt man das Problem einfach aus. Die gegenwärtigen Projekte gleichen eher blindem Aktionismus als tatsächlich fundierter Planung.
 
Dabei wären durchaus Lösungen denkbar: Was in den USA begann und mittlerweile auch nach Deutschland geschwappt ist, könnte eine Perspektive auch für uns sein: Tiny Houses, also alternative Wohnprojekte wie eben winzige Häuser, Häuser auf Rädern usw. Hier müssten sich die Behörden allerdings bewegen und umgehend (!) rechtlich einheitliche und machbare Vorschriften erlassen, um dies zu ermöglichen. Auch hier ist also die Politik gefragt.
 
Auch die bisher sträflich vernachlässigte Raumordnung, nach der auch ländliche Räume zu fördern sind, müsste sofort angekurbelt werden. Nur wer auf dem Land keine wirtschaftliche und persönliche Perspektive sieht, geht in die größeren Städte.
 
Weiterhin sollte umfassend in die Infrastruktur und die öffentlichen Transportmittel investiert werden, um auch das Pendeln von weiter entfernten Wohnorten attraktiv zu machen.
 
Heimarbeitsplätze sind eine zusätzliche Option, bei der Arbeitnehmer zumindest nicht täglich in die Firma fahren, sondern vieles von zuhause aus erledigen könnten.
 
All dies kann aber nur umgesetzt werden, wenn der öffentliche Druck auf die Verantwortlichen Politiker steigt. Bisher preisen sie nur (völlig unzulängliche) existierende Programme an und zeigen wie gehabt mit dem Finger auf andere.
 
Verantwortliche in Politik, Wirtschaft, Mieter- und Vermieterverbänden, Verwaltungen, Baubehörden und Justiz müssen sich endlich an einen Tisch setzten – nicht um ihre eigenen Interessen zu vertreten, sondern um die Interessen der Menschen zu wahren, für die sie letztlich arbeiten. Dies geht nur mit völliger Transparenz und klaren Verantwortungen. Niemand darf sich mehr herausreden dürfen. Ziel ist eine klare Ergebnis-Orientierung.
 
Geht nicht? Geht wohl. Wenn nicht so ganz freiwillig, dann eben unter Druck.
 
Machen Sie mit! Wenden Sie sich an die Verantwortlichen vor Ort!
 
Auf dass München auch weiterhin die Weltstadt mit Herz bleibt!